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   Fahnen-Parade des preussischen ► "1ten Garde-Regiments zu Fuß" vor dem ► Neuen Palais in Potsdam (Montage; Bildquelle: ► Wikipedia)   

feuer Lexikon - ahne bis üsilier

FAE

Midart - Dornach 1499
22. Juli 1499: "Schlacht von Dornach"
Aquarellierte Radierung von Louis Midart in der Sammlung des ► »Musée d'art et d'histoire« (Ville de Genève, CHE).
Rechts im Vordergrund die schwer gepanzerten Ritter der Kaiserlichen. Links der aus sechs Fähnlein gebildete Gewalt-Haufen der Eid-Genossen.

Hoffmann - Fähnlein
"Fähnlein mit Marketender-Wagen auf dem Marsch"
Gemälde von Anton Hoffmann; lt. ► Art.Salon bei »Ketterer Kunst« (Hamburg) im Oktober 2008 versteigert.

Münster - 1534
Landsknechts-Fähnlein in Haufen-Formation, 1534.
Abbildung aus der Serie: »Belagerung von Münster« von Erhard Schoen (1491-1542)
(Quelle: ► »zeno.org«)

Schwedische Ordonnanz
Schwedisches "Vier-Fähnlein" (Fänika; Bataillon in Schwedischer Ordonnanz-Aufstellung).
(Quelle: Russische Lehrbuch-Illustration).

Fähnlein

Seit dem interner Link Mittelalter bildete das "Fähnlein" in den interner Link Aufgeboten der deutschen Klein-Staaten bzw. im interner Link Heer des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (HRR; siehe dazu externer Link Wikipedia) die klassische Organisations- und Verwaltungs-Form von interner Link Einheiten insbesondere der interner Link Infanterie und der interner Link Kavallerie. Militär-geschichtlich begründete sich das Fähnlein im sog. interner Link "Heer-Bann", der jeden interner Link Vasallen eines deutschen lokaler Link Reichs-Fürsten in Anlehnung an die Tradition der interner Link germanischen Stammes-Gesellschaften verpflichtete, im Rahmen der interner Link "Heeres-Folge" ein interner Link Aufgebot für den erklärten interner Link Reichs-Krieg zu stellen.

In der Regel verfügte jeder interner Link Ritter je nach Vermögen über etwa sechs bis zwölf nicht-adlige interner Link Krieger, die im alltäglichen interner Link Dienst mit interner Link Wach- oder interner Link Eskorten-Aufgaben betraut waren. Diese als interner Link "Lanze" bezeichnete Gefolgschaft bildete den Kern einer zur Wahrung und Durchsetzung von Recht und Ordnung geschaffenen interner Link Land-Wehr. Im Fall eines drohenden Konflikts und der darauf folgenden Ausrufung einer sog. interner Link "Heer-Fahrt" hatte jede regionale interner Link Grafschaft bzw. ein Land-Kreis eine bestimmte Anzahl der wehr-fähigen männlichen Untertanen zu interner Link mobilisieren, zu interner Link armieren und dem jeweiligen Landes-Souverän zuzuführen, der mehrere dieser Lanzen zu einem sog. interner Link "Banner" vereinigte, das zusammen mit den interner Link Kontingent der übrigen Reichs-Kreise dem aus der Runde der Reichs-Fürsten gewählten interner Link König -, ab dem Jahr 962 dann dem vom Papst gekrönten römisch-deutschen interner Link Kaiser unterstellt wurde. Und während die interner Link kampf-geschulten Krieger der ritterlichen Lanzen bei der Formation der kaiserlich-königlichen interner Link Reichs-Armee je nach Spezialisierung der interner Link Reiterei, den interner Link Schützen oder den interner Link Schwert-Kämpfern zugeordnet wurden (siehe dazu auch interner Link Waffen-Gattung), bildete die Masse der einfach interner Link bewaffneten Streiter den aus mindestens zehn bis maximal achtzehn (in Ausnahmen auch bis zu sechsundzwanzig) Fähnlein formierten interner Link Schlacht- oder Gewalt-Haufen.

Als Angehöriger des interner Link Adels war jeder Ritter berechtigt, ein individuelles interner Link Wappen zu führen, das ein aus mindestens zwei oder drei Kontrast-Farben gebildetes interner Link Herolds-Bild zeigte, das wiederum mit einer sog. "Gemeinen Figur" (Adler, Löwen, Greifen o.ä.) verziert sein konnte und im Herolds-Buch des Souveräns verzeichnet wurde. Diese (möglichst einzig-artige) Kombination von Farben und Mustern, geometrischen Ornamenten, mythischen Figuren oder religiösen Symbolen wurde auf ein Tuch aufgebracht, das als möglichst markantes, weithin sichtbares lokaler Link Feld-Zeichen von einem lokaler Link Fähnrich getragen und geschwenkt auf dem interner Link Marsch, im lokaler Link Feld-Lager und im Durcheinander einer interner Link Schlacht der interner Link Befehls-Gebung, der Orientierung als auch der Identifizierung diente.

Der "Dienst unter der Fahne" begann; das Feld-Zeichen des Anführers wurde zur Bezeichnung der Einheit.

Da die einzelnen Herrschaften und Land-Kreise erhebliche Unterschiede in der Zahl ihrer Einwohner (hörige Bauern, bäuerliches Gesinde oder sog. "Grund-Holde") aufwiesen, waren auch die zahlen-mäßigen Stärken der im Rahmen einer interner Link Aushebung errichteten Fähnlein deutlichen Schwankungen unterworfen. Auch gab es neben den interner Link reglementierten interner Link Haus- und Hof-Garden der Potentaten keine Direktiven, die die Teil-Formationen in Stärke, interner Link Struktur oder Gliederung regelten. Diverse Urkunden und Schilderungen von Schlachten benennen die zahlen-mäßigen Stärken einzelner Fähnlein mit 300 bis 600 Mann; mit Beginn der interner Link Söldner- und interner Link Landsknechts-Heere in der Phase des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit verfügten einzelne Formationen dann über bis zu 1.000 Mann, die dem Befehl eines interner Link Feld-Hauptmann unterstanden. Unter Karl V. (1500-1558; ab 1519 römisch-deutscher König, ab 1530 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; siehe dazu externer Link Wikipedia) und damit im Deutschen Bauern-Krieg von 1525/26, im Schmalkaldischen Krieg von 1546/47 und in dem nach seinem Tod ausbrechenden Achtzigjährigen Krieg gegen die Republik der Vereinigten Niederlande (1568 bis 1648) wurde die Stärke eines kaiserlichen Fähnleins erstmals mit 500 Mann in 25 interner Link Rotten zu je 20 Mann mit einem interner Link Rott-Meister fest-gesetzt, denen die Niederländer interner Link taktisch weitaus beweglichere Einheiten von 70 bis 100 Mann entgegen-stellten.

Das kur-sächsische Fähnlein stellte um 1627 rund 300 Mann mit 100 interner Link Pikenieren, 20 interner Link Hellebardieren, 20 interner Link Rondartschieren und 160 interner Link Musketieren, die in Rotten von 10 bis 15 Gemeinen gegliedert und von einem Rott-Meister geführt wurden. Im interner Link Stab des Fähnleins 1 Hauptmann interner Link Leutnant, 1 Fähnrich, 1 lokaler Link Feldwebel, 2 interner Link Gemeinen-Webel, 1 interner Link Schreiber, 2 interner Link Trommler und/oder interner Link Pfeifer, 2 interner Link Trabanten zum Schutze des Hauptmanns bzw. der Fahne; an interner Link Nicht-Kombattanten waren mindestens vertreten: 1 lokaler Link Fourier, 1 Koch, 1 interner Link "Huren-Waibel", 3 interner Link Burschen für die interner Link Offiziere, 1 interner Link Knecht für das Pferd des Hauptmanns, 1 interner Link "Provoost" (später Profos), 1 interner Link Bader oder Feldscher und 1 interner Link Feld-Kaplan. Zehn sächsische "Fendl" bildeten ein interner Link Regiment zu Fuß.

Noch zu Zeiten des Dreißig-jährigen Krieges (siehe dazu externer Link Wikipedia) wurden die Heere der interner Link Katholischen Liga und der interner Link Protestantischen Union von Fähnlein gebildet, von denen nunmehr acht bis zwölf unter ein gemeinsames "Regime" zusammen-geschlossen wurden. Mit der Errichtung der sog. interner Link "Stehenden Heere" erfolgte dann der Übergang zur interner Link "Compagnie" nach Vorbild der lokaler Link französischen Armee.


... siehe dazu auch externer Link WIKIPEDIA


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V.o.n.u.:
Banner eines Fähnlein-Führers um 1100.
Knechtsfähnlein um 1180.
Kriegsfähnlein der Bürgerschaft zu Dresden, 1591.
Cornetfähnlein aus der Zeit des 30-jährigen Krieges.
Bild 1, 2, 21 und 41 aus der Sammelbilder-Serie »Fahnen- und Standarten-Träger«
(Quelle: ► Eigene Sammlung)

FRI

Friedrich Wilhelm I. von Preussen
Friedrich Wilhelm I.
Gemälde von Georg Wenzeslaus Knobelsdorff
Potsdam, ► Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
(Quelle: ► zeno.org)

Friedrich Wilhelm I.

König in Preussen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, ebenfalls titularer Prinz von Oranien, auch bekannt als "Soldatenkönig".


* 14. August 1688 in Berlin; † 31. Mai 1740 in Potsdam


Vorgänger: lokaler Link Friedrich I.

Nachfolger: lokaler Link Friedrich II.


Regentschaft auf Lebenszeit ab 25. Februar 1713.


Despot oder Reformer? Geizhals oder Finanz-Genie? Pedant oder Pragmatiker? Grausamer Tyrann oder prinzipien-fester Gerechtigkeits-Fanatiker? Bürokrat oder oberster Diener seines Staates? Militarist oder erster Soldat seiner Armee?

Wohl kaum ein europäischer Monarch polarisiert so sehr wie die uns überlieferte Gestalt Friedrich Wilhelm I., der das Bild eines typischen Preussens prägte: Gehorsam, Disziplin und Pflicht-Erfüllung, Sparsamkeit bis zum Geiz und Pünktlichkeit bis ins Grab...

Schon als Kronprinz hatte Friedrich Wilhelm den Pomp und die Prunk-Sucht seines Vaters -, vor allem aber seiner benachbarten "Standes-Kollegen" verachtet. So waren bspw. allein im Jahr 1712 von vereinnahmten vier Millionen Steuer-Talern sechshundert-tausend nur für repräsentative Zwecke verjubelt worden. Die Staats-Minister korrupt, die Beamten unfähig, und am Hof folgte ein Exzess dem nächsten. Der junge König erbte bei seinem Regierungs-Antritt im Jahr 1713 neben dem Kurfürsten-Hut von Brandenburg und der neuen Krone von Preussen auch eine völlig ruinierte Staatskasse und Schulden von über 20 Millionen Taler.

Kurzerhand strich der junge König den gesamten Schatten-Haushalt und Repräsentations-Etat seines Vaters, schickte die überwiegende Mehrheit der Minister und Geheimen Räte ins Exil (und einige in den Kerker), entließ sämtliche der s.g. "Hof-Schranzen" und über die Hälfte der königlichen Bediensteten, kürzte radikal üppige Gehälter und Pensionen und verbot per Dekret jede Art von Prunk und Pomp. Bälle und Empfänge -, die allseits beliebten Maskeraden und die große Oper langweilten ihn; Ausschweifung und Vergnügungen waren ihm zuwider; Kunst und Kultur galten als Verschwendung. Die schon in seiner Jugend im Schloss Königs-Wusterhausen (ein Geburtstags-Geschenk seines Vaters, dass Friedrich Wilhelm zum gewinn-bringend wirtschaftenden Muster-Gut saniert hatte) erprobte Spar-Wirtschaft wurde dem gesamten Königreich anbefohlen. Einzigster Luxus wurde die interner Link preussische Armee; insbesondere das interner Link Bataillon "Lange Kerls", das nun zu wahrer Größe ausgebaut wurde.

Brandenburg-Preussen wurde "preussisch"...

Der König mochte es rustikal: Eine wilde Jagd-Gesellschaft, dann Fass-Bier aus dem plumpen Holz-Krug und einen Braten vom Spieß im Kreis seiner interner Link Soldaten. Ein einfaches Feld-Bett, ein abgetragener Uniform-Rock seines interner Link Leib-Regiments, ausgetretene Stiefel. Legendär sein "Tabaks-Kollegium", wo in kleiner Runde im wahrsten Sinne gesoffen und gefressen, regiert und reformiert wurde.

Im staats-politischen Sinn war König Friedrich Wilhelm zweifellos die treibende Kraft diverser Reformen: Nicht nur, dass die von ihm vehement gelebte Toleranz Tausende Glaubens-Flüchtlinge ins Land lockte, die Brandenburg-Preussen mit diversen handwerklichen Qualifikationen bereicherten, in deren Folge der bis dahin unproduktive Klein-Staat bald einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr, vielmehr investierte er die vereinnahmten Steuer-Einnahmen klug und strikt nach der Devise "Schulden dürfen nicht mehr gemacht werden" in die Erschließung, Sicherung und Modernisierung seines Landes bzw. den Auf- und Ausbau seiner Städte, Güter und Gestüte. So entstanden bspw. eine Vielzahl neuer Dorf-, Siedlungs- und Vorstadt-Gründungen, diverse staatliche Fabriken bzw. königliche Manufakturen wie die interner Link "Königliche Preussische Gewehrfabrique" und eine Vielzahl sozialer Einrichtungen wie bspw. das 1724 gegründete Militär-Waisenhaus oder die 1727 gegründete Berliner Charité. Darüber hinaus wurde die Verwaltung zentralisiert und gestrafft, die Schul-Pflicht für jedes Kind ab fünf Jahren eingeführt, das "Preussische Landrecht" samt dem Justiz-Wesen reformiert. Im Ergebnis entstanden die Anfänge eines modernen Rechts-Staates, wobei jeder Untertan das Recht der Petition hatte, und der König im Fall von Ungerechtigkeiten - getreu der Direktive der Gleichbehandlung - gnadenlos und in Person auch das Amt des obersten Rechts-Bewahrers ausübte (was beinahe seinem Sohn, dem Kronprinzen Friedrich, das Leben gekostet hätte).

Während seiner siebenundzwanzig-jährigen Regentschaft wandelte Friedrich Wilhelm sein relativ kleines Reich nicht nur zu einem Militär-Staat, der die viert-größte, dabei schlag-kräftigste Armee Europas stellte, sondern auch in einen – zeitgemäß modernen – Wirtschafts-Standort mit Rechts- und Investitions-Sicherheit, in einen europa-weit anerkannten Standort der Wissenschaften, letztendlich in einen Staat mit soliden Finanzen, geordneten Verhältnissen und traumhaften Wachstums-Quoten, der zunehmend die Beachtung der umliegenden Groß-Mächte fand.


... siehe dazu auch: interner Link brandenburgisch-preussische Regenten


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Lange Kerls
Des Königs Plaisier: Drei "Lange Kerls" vom Roten (I.) Leib-Bataillon der ab 1707 gesammelten "Riesen-Garde" (Infanterie-Regiment "König"; 1806 No. 6)
Links der Grenadier ► Schwerid Rediwanoff aus Moskau um 1718/19 (Größe: 6 Fuß 6 Zoll*), mittig vermtl. der norwegische Schmiede-Geselle und Flügel-Mann Jonas Henrikson um 1725 (6 Fuß 9 Zoll*), rechts der irische Grenadier ► James Kirkland (6 Fuß 8 Zoll [*nach dem zwischen 1713 und 1773 geltenen interner Link "Berliner Maß" hatte das Zoll 2,581 cm]).
Gemälde von Johann Christof Merk (aktiv zwischen 1695-1730) in der Sammlung des ► Deutschen Historischen Museums (Berlin) bzw. im Schloss Königs Wusterhausen.

Lange Kerls
Grenadier vom II. oder III. Bataillon des Regiments "König" um 1730 (1806 No. 6).
Gemälde von Johann Christof Merk (aktiv zwischen 1695-1730) in ► The Royal Collection (Buckingham Palace; London; GB).

Friedrich Wilhelm
(* 16.02.1620 - † 09.05.1688)
Friedrich I.
(* 11.07.1657 - † 25.02.1713)
Friedrich Wilhelm I.
(* 14.08.1688 - † 31.05.1740)
Friedrich II.
(* 24.01.1712 - † 17.08.1786)
Friedrich Wilhelm II.
(* 25.09.1744 - † 16.11.1797)
Friedrich Wilhelm III.
(* 03.08.1770 - † 07.06.1840)
Friedrich Wilhelm IV.
(* 15.10.1795 - † 02.01.1861)
Wilhelm I.
(* 22.03.1797 - † 09.03.1888)
Friedrich III.
(* 18.10.1831 - † 15.06.1888)
Wilhelm II.
(* 27.01.1859 - † 4.06.1941)
Kurfürst Friedrich Wilhelm König Friedrich I. König Friedrich Wilhelm I. König Friedrich I. König Friedrich Wilhelm II. König Friedrich Wilhelm III. König Friedrich Wilhelm IV. König Wilhelm I. Kaiser Friedrich III. Kaiser Wilhelm II.
Kurfürst ab 01.12.1640 Kurfürst ab 09.05.1688
König ab 18.01.1701
König ab 25.02.1713 König ab 31.05.1740 König ab 17.08.1786 König ab 16.11.1797 König ab 07.06.1840 König ab 02.01.1861
Kaiser ab 18.01.1871
Kaiser ab 09.03.1888 Kaiser ab 15.06.1888


Letzte Änderung 15.09.2025: Eintrag Fähnlein

Besuche seit dem 01. Dezember 2015

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